In Industrie und Produktion lauern viele Gefahren, die die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihrer Belegschaft gefährden können. Manche liegen auf der Hand, wie etwa die Verletzungsgefahr durch Maschinen. Andere Risiken sind subtiler, wie etwa die von Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE). Dazu zählen beispielsweise schwere, angeschwollene Beine. Oder schmerzhafte Verspannungen im Rücken- und Nackenbereich. Die Ursache: zu langes, eintöniges Stehen. Dagegen lässt sich mit einfachen Mitteln etwas unternehmen. Arbeitgeber, die über etwas Fachwissen über Ergonomie am Arbeitsplatz verfügen, können durch Veränderungen positiven Einfluss auf die Gesundheit nehmen. Denn die richtige Gestaltung des Arbeitsplatzes beeinflusst maßgeblich die Produktivität und Leistungsfähigkeit und reduziert die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage. In diesem Blogartikel zeigen wir Ihnen, wie Sie in Ihrem Unternehmen Verbesserungen erzielen können.
17 Millionen Menschen nehmen in Deutschland Tag für Tag im Büro Platz. Weitere zwei bis drei Millionen haben ihren Sitzplatz in den Fertigungshallen der Industrie. 2,5 Millionen übernehmen jeden Tag den Sitz in LKW, Bussen und Bahnen ein. Und was macht der Rest? Die Beschäftigten der Heil- und Pflegeberufe sowie Produktionsmitarbeiter*innen an Arbeitsstätten mit Maschinen erledigen ihre Tätigkeiten bis zu 70 Prozent im Stehen.
Zu langes Sitzen oder Stehen belastet die Muskeln, Gelenke, Bänder und Sehen der Beschäftigten und führt zu Rückenschmerzen, Kreislauferkrankungen und Krampfadern. Umso wichtiger ist die Integration einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung im Unternehmen, um die Effizienz, Sicherheit und Leistung der Mitarbeiter*innen zu verbessern. Der Fokus liegt hier auf der Förderung einer gesunden Interaktion zwischen Menschen und Umgebung.
Die Ergonomie berücksichtigt physische und kognitive Fähigkeiten der Beschäftigten und stellt diese mit den Arbeitsaufgaben und der Arbeitsplatzumgebung in Beziehung. Grundsätzlich gibt es fünf Ziele der ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung:
Arbeitsunfähigkeitstage von Mitarbeitern haben einen deutlichen Einfluss auf die wirtschaftliche Performance eines Unternehmens. Denn durch Ausfallzeiten entstehen Kosten, nicht nur durch den Ausfall von Maschinen, sondern auch durch die Abwesenheit von Menschen. Laut BKK-Gesundheitsreport 2020 sind 24,3% der Arbeitsunfähigkeitstage auf Muskel- und Skeletterkrankungen zurückzuführen. Umgerechnet spricht man von durchschnittlich 14,3 Tage Ausfalldauer pro Mitarbeiter aufgrund von Rückenschmerzen.
Und hier die Details: Für mehr als jeden siebten AU-Fall und rund jeden vierten AU-Tag sind im Jahr 2019 Muskel- und Skeletterkrankungen verantwortlich. Beobachtet man den Zeitraum von 2009 bis 2019, so ist eine deutliche Zunahme von Muskel-Skelett-Erkrankungen erkennbar. Die Krankheitsfälle haben sich allerdings in den vergangenen vier Jahren kaum verändert. Hier zeichnete sich in den AU-Tagen der beschäftigten Mitglieder nach ausgewählten Diagnosegruppen ein schwaches Plus von 1,7 Prozent im Vorjahresvergleich ab.
Beachtlich ist, dass neun von zehn nach AU-Tagen wichtigsten Diagnosen zu den drei wichtigsten Diagnosegruppen im AU-Geschehen zählen: Gleich jeweils vier Diagnosen sind der Gruppe der psychischen Störungen bzw. den Muskel-Skelett-Erkrankungen sowie eine weitere den Atemwegserkrankungen zuzuordnen.
Für die AU-Tage aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wurde 2019 ein Geschlechterunterschied über fast alle Altersgruppen zuungunsten der Männer sichtbar. Männer waren im Vergleich zu Frauen deutlich häufiger von Fehlzeiten betroffen. Hier musste man 2019 mit einer durchschnittlichen Falldauer von mehr als drei Wochen Arbeitsunfähigkeitstage rechnen. Die Fehltage aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen sind ebenfalls diejenigen, die altersbedingt den stärksten Anstieg verzeichnen.
Die AU-Tage wegen Muskel- und Skeletterkrankungen sind in den Wirtschaftsgruppen mit großem körperlichem Arbeitsanteil besonders hoch. Beschäftigte in der Fertigung oder Produktion beispielsweise weisen besonders hohe Fehlzeiten auf. Detailliert betrachtet können folgende Berufsgruppen mit den meisten AU-Tagen aufgrund von Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems gelistet werden:
Im Vergleich zu Büroarbeitsplätzen erfordert die Arbeitsplatzgestaltung in der Produktion eine wesentlich höhere Berücksichtigung körperlicher Belastungen, da Mitarbeiter hier oft manuelle Tätigkeiten ausführen und schweres Material handhaben müssen. Während Büroarbeitsplätze stark auf ergonomische Sitzmöbel und Bildschirmpositionierung fokussiert sind, liegt der Schwerpunkt in der Industrie auf der Optimierung von Arbeitsplatzorganisation und Einstellung von Maschinen und Geräten, um eine effiziente Arbeitsweise und Sicherheit zu gewährleisten.
Besondere Herausforderungen für die Gesundheit in der Industrie umfassen die physische Beanspruchung durch wiederholte Bewegungen, schweres Heben sowie ungünstige Arbeitshaltungen, die die Mitarbeiter langfristig belasten können. Hilfestellungen wie Exoskelette, Hebehilfen und ergonomische Werkzeuge sind daher in der Arbeitsplatzoptimierung Produktion entscheidend, um Verletzungen zu vermeiden und die Gesundheit der Belegschaft zu schützen.
Maschinen erobern seit jeher unsere Produktionswelt und machen einen großen Teil der Produktionsschritte effizienter. Für die Beschäftigten ist die Arbeit demzufolge bequemer, aber auch ziemlich eintönig und bewegungsarm geworden. Die Vorstellung, acht Stunden lang in einer angespannten Position zu stehen oder zu sitzen, nur um einen Arbeitsschritt zu erledigen, klingt sehr mühsam.
Diese einseitige Körperhaltung kann auf Dauer gesundheitsgefährdend sein. Das ist keine neue Erkenntnis, dennoch wird dieses Gesundheitsrisiko in vielen Unternehmen noch immer ignoriert. Diese widersprüchliche Entwicklung bringt für die Ergonomie auch neue Herausforderungen mit sich. Die folgende Checkliste mit 10 Tipps für eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung hilft Ihnen, die Arbeitsplatzgestaltung in Ihrer Produktion noch einmal zu betrachten und gegebenenfalls Verbesserungen herbeizuführen:
Arbeitsplatzmatten von KRAIBURG verfügen über eine AGR-Zertifizierung für Industriearbeitsplätze. Damit sind sie die ideale Ergänzung für die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung in der Produktion und Montage. Mit ihrer Hilfe lassen sich Produktionsabläufe optimieren, weil ihre dämpfende Wirkung die physische Belastung der Mitarbeiter verringert und die Matten auf diese Weise zu Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sowie zur Prävention von Schmerzen beispielsweise bei Rückenproblemen beitragen. Diese Matten, auch als Anti-Ermüdungsmatten bekannt, verbessern die sicherheitstechnische Arbeitsplatzgestaltung, indem sie rutschfest und stoßdämpfend sind, was den Schutz und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten erhöht. Ebenso unterstützen sie den Brandschutz an Arbeitsplätzen, wo etwa das Schweißen zu den gängigen Tätigkeiten zählt.
Ergonomiematten fördern die Arbeitsplatzoptimierung in der Fertigung, indem sie die Arbeitsbedingungen verbessern und die Effizienz durch die Reduzierung von Ermüdung steigern. In modularen Arbeitsplatzsystemen erleichtern sie die Organisation und Arbeitssystemgestaltung, indem sie mit ergonomischen Werkzeugen kombiniert werden können. Zudem tragen sie zur Verbesserung des Raumklimas und zur Lärmminderung bei, was sich positiv auf die psychologische Arbeitsplatzgestaltung auswirkt.
Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung in der Produktion ist entscheidend, um die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und Muskel-Skelett-Erkrankungen vorzubeugen. Durch gezielte Maßnahmen wie den Einsatz ergonomischer Geräte und Arbeitsplatzmatten lässt sich nicht nur die Sicherheit am Arbeitsplatz erhöhen, sondern auch die Produktivität steigern. Unternehmen profitieren langfristig von einer gesunden und leistungsfähigen Belegschaft, da ergonomische Arbeitsplätze Fehlzeiten reduzieren und das Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern.
Für die Arbeitsplatzgestaltung in der Produktion und Industrie gibt es verschiedene Zertifizierungen und Standards, wie die DIN EN ISO 6385, die ergonomische Prinzipien für die Planung und Organisation von Arbeitssystemen definiert, und die ISO 45001, die den Arbeitsschutz und die sicherheitstechnische Arbeitsplatzgestaltung regelt. Diese Standards berücksichtigen Aspekte wie Greifräume, Höhenverstellbarkeit und die optimale Nutzung von modularen Arbeitsplatzsystemen, um die Arbeitsbedingungen und Effizienz in der Produktion und Montage zu optimieren.
Eine optimierte Arbeitsplatzgestaltung in der Produktion und Montage verbessert die Effizienz, indem sie den Greifraum, die Anordnung der Werkzeuge und die Materialbereitstellung optimal an die Bedürfnisse der Mitarbeiter anpasst. Durch die Nutzung modularer Arbeitsplatzsysteme, ergonomischer Hilfsmittel wie Exoskelette und die Reduzierung von Lärmbelastung fördert sie zudem die Sicherheit, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter, besonders bei körperlich beanspruchenden Tätigkeiten und Schichtarbeit.
Eine durchdachte Arbeitsplatzgestaltung in der Produktion und Montage optimiert Produktionsprozesse, indem sie ergonomische, sicherheitstechnische und technologische Aspekte kombiniert, die Arbeitsabläufe effizienter machen und die Belastung der Mitarbeiter reduziert. Modulare Arbeitsplatzsysteme und eine effektive Arbeitsplatzorganisation verbessern die Materialbereitstellung, fördern die Zusammenarbeit an Schnittstellen und unterstützen die Integration neuer Technologien, was die Effizienz in der Fertigung steigert.
Die Arbeitsplatzgestaltung in der Produktion und Industrie kann durch den Einsatz modularer Arbeitsplatzsysteme flexibel an wechselnde Produktionsanforderungen angepasst werden, da diese Systeme leicht umkonfiguriert und neu eingestellt werden können. Durch eine enge Kollaboration zwischen den Schnittstellen von Technologie und Organisation sowie den Einsatz neuer Technologien, wie ergonomischen Hilfsmitteln, wird die Arbeitsplatzoptimierung in der Fertigung kontinuierlich unterstützt und erleichtert die Umsetzung effizienter Arbeitsprozesse.