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Präsentismus & Absentismus: Die unterschätzten Kosten kranker Mitarbeitender

  • Juni 10, 2026

Warum Anwesenheit trotz Beschwerden für Unternehmen oft teurer ist als Fehlzeiten, und wie gezielte Prävention Gesundheit, Produktivität und Wirtschaftlichkeit stärkt  

In deutschen Unternehmen ist ein Phänomen weit verbreitet, das oft übersehen wird: Präsentismus. Mitarbeitende schleppen sich trotz Krankheit an den Arbeitsplatz und leisten dadurch weniger. Laut der BAuA-Arbeitszeitbefragung 2023 haben 54 % der Beschäftigten mindestens einmal gearbeitet, obwohl sie krank waren. Dieses Verhalten verursacht einerseits nicht zu unterschätzende versteckte Kosten durch Fehler und reduzierte Produktivität. Es erhöht auf der anderen Seite langfristig das Risiko chronischer Erkrankungen wie etwa Rückenschmerzen. Im Gegensatz dazu bleibt Absentismus, also krankheitsbedingtes Fehlen, besser sichtbar. Es wird jedoch häufig als alleiniger Indikator für Gesundheit und Kosten betrachtet. Ziel dieses Blogartikels ist es, das Management für die wahren finanziellen Folgen von Präsentismus zu sensibilisieren und aufzuzeigen, warum gezielte Präventionsinvestitionen langfristig rentabler sind.  


Was ist Absentismus? 

Absentismus bedeutet, dass Mitarbeitende nicht zur Arbeit erscheinen, krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen. Anders als beim Präsentismus, wo Mitarbeitende trotz Krankheit erscheinen, ist Absentismus sichtbar, aber teuer.  

 

Ursachen von Absentismus 

Die Gründe für Absentismus lassen sich grob in drei Kategorien einteilen:

  • Physische Ursachen: Krankheiten wie Erkältungen, Rückenprobleme oder chronische Leiden verhindern die Arbeitsfähigkeit.
  • Psychische Ursachen: Stress, Burnout, Angststörungen oder fehlende Motivation führen zu Fehlzeiten.
  • Organisatorische Ursachen: Unflexible Arbeitszeiten, schlechte Arbeitsbedingungen oder Konflikte im Team steigern die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeitende fehlen.
 

Auswirkungen auf Unternehmen  

  • Produktivitätsverlust: Jeder Fehltag oder eingeschränkter Arbeitstag wirkt sich direkt auf Projekte und Abläufe aus.
  • Hohe Folgekosten: Absentismus verursacht zusätzliche Kosten für Vertretungen, Überstunden und Fehlerkorrekturen.
  • Signalwirkung: Häufiger Absentismus kann die Teamdynamik stören und die Motivation der verbleibenden Mitarbeitenden negativ beeinflussen.

 


Was ist Präsentismus? 

Präsentismus beschreibt das Phänomen, wenn Mitarbeitende trotz gesundheitlicher Beschwerden zur Arbeit erscheinen und ihre Aufgaben nur eingeschränkt erfüllen können. Anders als beim Absentismus, ist beim Präsentismus die physische Anwesenheit gegeben, die Leistung jedoch reduziert, oft mit erheblichen Folgekosten für das Unternehmen.  

 

Warum Mitarbeitende krank zur Arbeit kommen

Die Gründe für Präsentismus sind vielfältig. Häufig spielen psychologische Faktoren eine Rolle: Angst vor negativen Bewertungen, das Gefühl, unersetzlich zu sein, oder Sorgen um den eigenen Karrierefortschritt. Aber auch kulturelle Einflüsse im Unternehmen tragen dazu bei: In Organisationen, die hohe Leistungsbereitschaft und ständige Verfügbarkeit belohnen, fühlen sich Mitarbeitende verpflichtet, trotz Krankheit zu erscheinen.

 

Psychologische und kulturelle Faktoren  

  • Gruende für Praesentismus (3)

    • Perfektionismus und Verantwortungsgefühl: Wer glaubt, dass das Team ohne ihn nicht funktioniert, ignoriert oft die eigenen gesundheitlichen Grenzen.  

     
     
  • Gruende für Praesentismus (2)

    Unternehmenskultur: Wenn Überstunden und „Immer-dabei-Sein“ als Norm gelten, steigt der Präsentismus automatisch.  
     
     
     
  • Gruende für Praesentismus (1)

    Fehlende Prävention: Mangelnde Gesundheitsprogramme oder unzureichende ergonomische Ausstattung verstärken Rückenbeschwerden und andere gesundheitliche Probleme, die Präsentismus begünstigen.  
      
     
     

 

Die Konsequenzen: Präsentismus verursacht oft höhere Kosten als Absentismus, da fehlerhafte Arbeit, verminderte Produktivität und langfristige gesundheitliche Schäden entstehen. Studien zeigen, dass Präsentismus-Kosten für Unternehmen oft unterschätzt werden, während gezielte Präventionsmaßnahmen nicht nur Mitarbeitende entlasten, sondern auch ökonomisch sinnvoll sind. 

 


Vergleich: Präsentismus vs. Absentismus

Präsentismus und Absentismus tauchen in der Arbeitswelt gleichermaßen auf. Auf den ersten Blick könnten sie wie Gegensätze wirken. Der eine zeigt sich in Anwesenheit trotz Krankheit, der andere in Abwesenheit. Doch bei genauerer Betrachtung sind sie eng miteinander verknüpft. 

 

Unterschiede auf einen Blick

Absentismus, also die Abwesenheit von Arbeitstagen durch Krankheit, private Verpflichtungen oder Demotivation, wird oft als leicht messbar betrachtet: Fehlzeiten werden dokumentiert und können statistisch erfasst werden. Präsentismus dagegen ist subtiler. Mitarbeiter sind physisch anwesend, obwohl sie gesundheitlich oder mental nicht voll leistungsfähig sind, oft aus Angst vor negativen Konsequenzen oder wegen hoher Arbeitsbelastung.

 

 

 

Gemeinsamkeiten

Beide Phänomene kosten Unternehmen Geld, doch auf unterschiedliche Weise. Absentismus verursacht direkt sichtbare Kosten, z. B. durch Lohnfortzahlung und Vertretung. Präsentismus-Kosten sind dagegen oft versteckt: geringere Produktivität, erhöhte Fehlerquote, verlängerte Krankheitsdauer und langfristige Gesundheitsprobleme.

 

Wechselwirkungen

Interessanterweise können Präsentismus und Absentismus sich gegenseitig beeinflussen. Ein Mitarbeiter, der chronisch überlastet zur Arbeit erscheint, riskiert, ernsthaft zu erkranken, was später zu längeren Abwesenheiten führt. Umgekehrt kann eine Kultur des hohen Absentismus die verbleibenden Mitarbeiter unter Druck setzen, immer „funktionstüchtig“ zu sein, und somit Präsentismus fördern.

 

Warum Präsentismus oft unterschätzt wird

Unternehmen messen Fehlzeiten, aber selten die Qualität der Anwesenheit. Die Bedeutung des Präsentismus wird dadurch häufig unterschätzt, obwohl die versteckten Kosten höher sein können als beim Absentismus. Fehlentscheidungen, Arbeitsfehler oder reduzierte Innovationskraft sind nur einige der Folgen. Ein bewusstes Management von Präsentismus und Absentismus geht Hand in Hand mit präventiven Maßnahmen. Wer in echte Prävention investiert, erntet langfristigen ROI durch Mitarbeitergesundheit und Performance.

 


Auswirkungen auf Unternehmen

Wenn Mitarbeiter trotz Rückenbeschwerden oder anderer gesundheitlicher Einschränkungen zur Arbeit erscheinen, ist die Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Die Folgen sind für Unternehmen oft gravierender, als es auf den ersten Blick scheint. 

 
  • Auswirkungen auf Unternehmen_praesentismus (3)

    • Produktivitätsverluste

      Mitarbeiter, die krank arbeiten, schaffen weniger: oft 20–40 % ihrer üblichen Leistung. Präsentismus-Kosten summieren sich so leise, aber kontinuierlich, und schlagen sich in schwächeren Ergebnissen und verzögerten Projekten nieder.
     
  • Auswirkungen auf Unternehmen_praesentismus (4)

    Höhere Fehlerquoten

    Körperliche oder psychische Beschwerden führen zu Konzentrationsverlust und erhöhter Fehleranfälligkeit. Fehler im Arbeitsprozess verursachen nicht nur direkte Kosten, sondern können auch Kundenbeziehungen belasten. Das ist ein versteckter Effekt des Präsentismus, der auf den ersten Blick kaum sichtbar ist. 
     
  • Auswirkungen auf Unternehmen_praesentismus (1)

    Erhöhtes Unfallrisiko

    Bei körperlicher Einschränkung steigt das Risiko für Arbeitsunfälle. Gerade in handwerklichen, logistischen oder produktionstechnischen Bereichen kann dies zu erheblichen Folgekosten und Ausfallzeiten führen.
     
     
  • Auswirkungen auf Unternehmen_praesentismus (2)

    Langfristige Kosten

    Nicht zuletzt wirken sich Dauer-Präsentismus und chronische Überlastung negativ auf die Mitarbeitergesundheit aus. Langfristig entstehen höhere Krankenstände, steigender Absentismus, teure Krankheits- oder Rehabilitationsfälle und ein Verlust an Fachkompetenz und Erfahrung im Unternehmen.
     
     
 
 Wer trotz Rückenbeschwerden in der Produktion arbeitet, riskiert langfristige Gesundheitsschäden.
 
 

Ursachen im Unternehmenskontext

Um die Kosten von Präsentismus wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Ursachen im Unternehmen selbst. Denn weder Präsentismus noch Absentismus entstehen zufällig. Sie sind oft das Ergebnis von Strukturen, Erwartungen und fehlenden Strategien im Arbeitsumfeld. Warum also kommen Mitarbeitende krank zur Arbeit? 

1. Unternehmenskultur: Kranksein als Schwäche

Die Unternehmenskultur ist einer der wichtigsten Gründe für Präsentismus. In Organisationen, in denen Durchhaltevermögen über Gesundheit gestellt wird, entsteht ein subtiler Druck:

  • Krankmeldungen gelten als mangelnde Belastbarkeit
  • Mitarbeitende möchten ihr Team nicht „im Stich lassen“
  • Leistungsorientierte Kulturen belohnen Präsenz statt Produktivität

Das Ergebnis: Mitarbeitende mit Rückenbeschwerden, Migräne oder Stresssymptomen erscheinen trotzdem bei der Arbeit, oft mit reduzierter Leistungsfähigkeit.

 

2. Führung: Verhalten der Führungskräfte prägt Norm

Führungskräfte haben großen Einfluss darauf, ob Präsentismus oder Absentismus die Arbeit prägen. Wenn Vorgesetzte selbst krank arbeiten oder Signale senden wie:

  • „Wir müssen da jetzt alle durch“
  • „Das Projekt hat Priorität“
  • „Ein Tag krank? Das ist doch nur ein bisschen Rücken.“

entsteht eine implizite Erwartungshaltung. Mitarbeitende orientieren sich stark am Verhalten ihrer Führungskräfte. Wird Gesundheit nicht aktiv geschützt, verstärkt sich der Präsentismus im Unternehmen, mit steigenden Kosten durch Fehlentscheidungen, Qualitätsmängel und Produktivitätsverluste.

 

3. Arbeitsbelastung: Wenn Ausfallen keine Option ist

Ein weiterer zentraler Treiber für Präsentismus ist strukturelle Überlastung. Typische Situationen:

  • chronischer Personalmangel
  • hohe Projektlast
  • fehlende Vertretungsregelungen
  • enge Deadlines
  • mehr Druck für das Team
  • Projektverzögerungen
  • negative Bewertung der eigenen Leistung

In solchen Umfeldern fühlen sich Mitarbeitende unverzichtbar. Ein Krankheitstag bedeutet dann:

Die Folge: Mitarbeitende erscheinen trotz gesundheitlicher Einschränkungen, selbst wenn sie eigentlich eine Pause bräuchten. Kurzfristig scheint das Engagement hoch, langfristig steigt jedoch das Risiko für chronische Erkrankungen und späteren Absentismus.

 

4. Fehlende Gesundheitsstrategien

Viele Unternehmen investieren erst dann in Gesundheit, wenn Fehlzeiten steigen. Doch ohne strukturierte Gesundheitsstrategie bleibt das Problem bestehen. Typische Lücken sind:

  • fehlendes betriebliches Gesundheitsmanagement
  • keine Programme zur Prävention von Rückenbeschwerden
  • mangelnde ergonomische Arbeitsplätze
  • geringe Sensibilisierung von Führungskräften

Ohne präventive Maßnahmen entsteht ein Kreislauf:

Gesundheitsprobleme Präsentismus Leistungsabfall langfristiger Absentismus

Gerade hier zeigt sich der wirtschaftliche Zusammenhang besonders deutlich: Prävention kostet – Präsentismus kostet mehr.

 


Lösungen & Prävention mit KRAIBURG MATTING SYSTEMS

Präsentismus entsteht häufig dort, wo Belastungen im Arbeitsalltag zu lange unbemerkt bleiben, etwa durch monotone Arbeit, Arbeit im Stehen, Schichtarbeit oder psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz. Gerade bei hohem Krankenstand und Fachkräftemangel lohnt es sich für Unternehmen, gezielt in Prävention zu investieren. Denn der Return on Prevention zeigt sich schnell: gesündere Mitarbeitende, weniger Fehler und stabilere Produktivität.  

 

 


 


Fazit

Präsentismus verursacht oft höhere Kosten als Absentismus, weil Leistungsabfall, Fehler und langfristige Gesundheitsprobleme im Arbeitsalltag häufig unsichtbar bleiben. Unternehmen, die gezielt in Ergonomie am Arbeitsplatz, betriebliches Gesundheitsmanagement und eine offene Kommunikationskultur investieren, stärken Gesundheit, Produktivität und Motivation gleichermaßen. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel in der Industrie wird der Return on Prevention damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Gerade bei Arbeit im Stehen können hochwertige Arbeitsplatzmatten von KRAIBURG MATTING SYSTEMS Mitarbeitende spürbar entlasten und Ermüdung reduzieren. Testen Sie den Effekt direkt im Arbeitsalltag oder lassen Sie sich individuell beraten.

 

 

 

 


FAQs

 

Welche Signale deuten auf eine toxische An- bzw. Abwesenheitskultur hin?

Signale für eine toxische Anwesenheitskultur zeigen sich, wenn Anwesenheit trotz Krankheit als Leistungsbeweis gilt, Mitarbeitende aus Angst vor negativen Konsequenzen krank zur Arbeit erscheinen oder Fehlzeiten im Unternehmen stigmatisiert werden. Typisch sind steigender Produktivitätsverlust, mehr Fehler, Stress am Arbeitsplatz, Burnout-Risiken und eine wachsende Fehlzeitenquote, obwohl der Krankenstand offiziell niedrig wirkt. Wer Präsentismus oder Absentismus verstehen will, erkennt eine problematische Unternehmenskultur daran, dass Mitarbeitergesundheit, Prävention am Arbeitsplatz, ergonomischer Arbeitsplatz und nachhaltiges betriebliches Gesundheitsmanagement gegenüber kurzfristiger Anwesenheit und reiner Leistungserbringung in den Hintergrund treten. 

 

Welche internen Strukturen fördern unbeabsichtigt Präsentismus?

Unbeabsichtigten Präsentismus in der Arbeit fördern häufig Organisationsstrukturen mit hohem Leistungsdruck, unklarer Führungskräfteverantwortung, fehlender Work-Life-Balance und einem rein zahlengetriebenen Fehlzeitenmanagement. Dieses sanktioniert krankheitsbedingte Ausfälle stärker als es Gesundheit am Arbeitsplatz, Arbeitsbedingungen und Gesundheitsförderung verbessert. In solchen Strukturen steigt die psychische und physische Belastung, wodurch Mitarbeitende trotz Arbeitsunfähigkeit arbeiten (Präsentismus), während gleichzeitig Absentismus am Arbeitsplatz, sinkende Leistungsfähigkeit, geringere Mitarbeiterzufriedenheit und steigende Präsentismus-Kosten entstehen. Das ergibt ein zentrales Spannungsfeld von Absentismus und Präsentismus in der modernen Arbeitsorganisation.  

Welche Fürsorgepflicht haben Unternehmen im Kontext von Präsentismus?

Unternehmen haben eine gesetzliche und moralische Fürsorgepflicht, Risiken am Arbeitsplatz zu minimieren und durch eine nachhaltige Arbeitsorganisation, Gesundheitsmaßnahmen und eine gesunde Führungskultur zu verhindern, dass Mitarbeitende trotz Krankheit im Job erscheinen. Das nämlich ist ein typisches Muster von Präsentismus bei der Arbeit. Wer versteht, was Präsentismus ist und ihn klar von der Absentismus-Definition (krankheitsbedingte Fehlzeiten) abgrenzt, erkennt, dass unbeachtete Präsentismus-Kosten wie sinkende Produktivität, Fehler und steigende Fluktuation häufig höher sind als Investitionen in Prävention, Mitarbeitermotivation und eine wirksame Gesundheitsstrategie.  

Wie geht man mit wiederkehrenden Fehlzeiten einzelner Mitarbeitender um?

Wiederkehrende Fehlzeiten einzelner Mitarbeitender sollten über eine Fehlzeitenanalyse betrachtet werden, um Ursachen wie Überlastung, Probleme in der Organisationsstruktur, mangelnde Arbeitsmotivation oder andere Risikofaktoren am Arbeitsplatz zu erkennen. Denn sowohl Präsentismus als auch Absentismus hängen häufig mit Arbeitsklima, Arbeitspsychologie und der digitalen Arbeitswelt zusammen. Statt Absentismus oder Präsentismus in der Arbeit nur als Fehlverhalten im Job zu bewerten, sollten Unternehmen gezielt Mitarbeitermotivation, Mitarbeiterbindung und Mitarbeiterengagement stärken, um Präsentismus-Gründe sowie Fehlzeiten zu reduzieren und langfristig die Produktivität zu steigern.  

 

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